Die eindrückliche Dominanz von Android

By 3. März 2014Mobile

In der Schweiz neigen wir dazu, die Marktanteile der mobilen Betriebssysteme falsch einzuschätzen: Über Jahre waren wir ein iPhone-Land, in den besten Zeiten kam jedes zweite Smartphone von Apple. Doch diese Zeiten sind vorbei: Wie die MUI-Studie 2013 der Y&R Group Switzerland zeigt, sind hierzulande inzwischen gleich viele Android-Smartphones im Einsatz wie iPhones.

Nimmt man jedoch die weltweiten Marktanteile, dann ergibt sich ein völlig anderes Bild. Zwar kam Apple bereits im Q3/2008 auf über 10 Prozent Marktanteil und überwand im Q4/2011 sogar die 20-Prozent-Marke, aber seither scheint das iPhone seinen Plafond erreicht zu haben. Android kam zwar erst im Q2/2010 erstmals auf über 10 Prozent Marktanteil, hatte also rund zwei Jahre Rückstand auf iOS. Seither erlebte das freie Mobile-Betriebssystem jedoch ein beispielloses Wachstum und ist derzeit auf knapp 80 Prozent aller neu verkauften Geräte installiert. Damit ist Android prozentual gesehen sogar erfolgreicher als Symbian, das lange Zeit den Markt dominierte und in seinen besten Zeiten auf einen Marktanteil von 65 Prozent kam.

Smartphone-Verkäufe weltweit nach Betriebssystem (prozentual)

Die wahre Dominanz von Googles Mobile OS zeigt sich allerdings erst, wenn man mit absoluten Zahlen arbeitet. Weil der gesamte Smartphone-Markt weltweit seit 2011 sprunghaft wächst, sind die Stückzahlen der Android-Geräte geradezu explodiert. Nimmt man zudem an, dass ein Smartphone vielleicht 3 Jahre im Einsatz ist, dann fallen viele ältere Symbian- und Blackberry-Geräte aus der Rechnung, und dann ist Android erst recht der De-Facto-Standard. iOS ist zwar eine relevante Grösse, und es werden jedes Jahr mehr iPhones verkauft, aber letztlich ist das proprietäre System aus Cupertino einmal mehr nur die Nummer 2 auf dem Weltmarkt.

Smartphone-Verkäufe weltweit nach Betriebssystem (absolut)

Verglichen mit anderen Playern kann sich Apple aber immer noch glücklich schätzen. Microsoft verbucht zwar in gewissen Märkten beachtliche Zuwachsraten, in absoluten Zahlen gemessen ist Windows Phone aber immer noch ein Aussenseiter. Und geradezu dramatisch ist die Situation für BlackBerry, die ihren Marktanteil von 20 Prozent innert vier Jahren auf weniger als 1 Prozent heruntergewirtschaftet haben.

Am Mobile World Congress in Barcelona, der vor wenigen Tagen zu Ende ging, haben sich Firefox OS und Ubuntu als Alternativen zu den etablierten Mobile OS empfohlen. Diese freien Betriebssysteme ermöglichen sehr preisgünstige Smartphones, die der Kaufkraft in Entwicklungs- und Schwellenländern angepasst sind und so neue Märkte erschliessen. Auch wenn Android wahrscheinlich nicht so schnell um seine Marktführerschaft bangen muss: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich die Kräfteverhältnisse in der digitalen Welt sehr rasch verändern können. Insofern lohnt es sich auf jeden Fall, die neuen Herausforderer im Auge zu behalten.

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