Facebook 2014 – Quo vadis?

Weshalb Facebook für Marken jetzt teurer wird.

Facebook ist im Umbruch – das haben sicherlich schon viele bemerkt. Über Jahre hat Facebook sich zurückgehalten mit den ganz grossen Änderungen. Die Werbung hielt sich im Rahmen, die organische Reichweite war vergleichsweise hoch. Logischerweise mussten die Nutzer gepampert werden, um sie bei der Stange zu halten. Denn die Nutzerzahlen spielten eine grosse Rolle bei dem Börsengang. Wären viele Nutzer abgesprungen, hätte Facebook sicherlich nicht diesen hohen Börsenwert erzielt. Doch die kostenlosen Zeiten sind nun Vergangenheit.

Facebook im Shopping-Rausch

Nun sind die Milliarden von Dollars eingespielt und werden munter ausgegeben. Zuerst wurde der Konkurrent Instagram kurzerhand für ca. 1 Mrd. US-Dollar gekauft, dann WhatsApp für 19 Mrd. und nun Oculus Rift für 2,3 Mrd. US-Dollar. Fairerweise muss man sagen, dass Facebook einen Grossteil dieser Geschäfte mit Facebook-Aktien bezahlt hat, die Kasse ist also noch nicht leer.

»Mobile First« auch bei Facebook

Natürlich muss sich Facebook dringend weiterentwickeln. Man arbeitet derzeit hart daran, die non-mobile Vergangenheit abzulegen. Als Facebook gegründet wurde, hat noch kaum jemand vom mobilen Internet und mobilen Applikationen gesprochen. Heute verlagert sich die Internetnutzung zunehmend auf die mobilen Endgeräte. Die Einkäufe von Instagram und WhatsApp müssen daher auch unter diesem Gesichtspunkt gesehen werden. Der Druck, mobiler zu werden, ist bei Facebook immens. Scott Woods, Country Director von Facebook DACH brachte es auf den Punkt. Auf der Allfacebook Conference in München erklärte er, dass Entwickler mit Ideen für die reguläre Facebook-Webapplikation sofort wieder aus dem Büro von Mark Zuckerberg geschmissen werden. „Mobile First“ lautet die Devise.

Sinkende organische Reichweite

In den vergangenen Monaten haben die Newsfeed-Änderungen für grosse Unruhe in der Facebook-Community geführt. Die organische Reichweite von Posts wurde erheblich beschnitten. Da fast zeitgleich mit diesen Anpassungen neue Werbeformate eingeführt wurden, wurde Facebook kritisiert. Denn natürlich hat Facebook mehr Interesse daran, dass seine Kunden gegen Bezahlung Anzeigen schalten, als dass sie eine grosse organische Reichweite kostenlos bekommen. Ganz offensichtlich sind für Marken die kostenlosen Tage gezählt. Aber es wäre ja auch verwerflich Facebook vorzuwerfen, das sie jetzt Geld verdienen wollen.

TV als Leitmedium ablösen

Unter das Motto „The Next Level – Wie TV von Social Media als Leitmedium abgelöst wird“ hat Scott Woods seine Version von Facebook’s Zukunft in den Raum gestellt. Ganz mutig vergleicht sich Facebook mit TV-Sendern und gibt dadurch den Weg vor. Während die TV-Sender nur auf tägliche Nutzerzahlen von bis zu 9 Millionen kommen, spricht Facebook über sich selbst von 15 Millionen Nutzern. Man möchte also an die ganz grossen Werbetöpfe ran und die Berechtigung ist da. Derzeit testet Facebook in den USA, wie sich Videowerbung am besten in den Newsfeed einspielen lässt. Mit den 15-Sekunden-Spots könnten geschätzte Beträge von bis zu 2,5 Millionen Dollar pro Tag erlöst werden.

Scott Woods - Wie TV von Social Media als Leitmedium für Unternehmen abgelöst wird.

Scott Woods – Wie TV von Social Media als Leitmedium für Unternehmen abgelöst wird.

Was bedeutet das für mich als Marke?

1. Fan-Qualität

Die Anzahl der Fans meiner Facebook-Page ist nicht mehr so ausschlaggebend für den Erfolg meiner Kommunikation auf Facebook. Viel wichtiger ist, dass ich die richtigen Fans gewinne. Denn wenn ich als Marke ein wirkliches Engagement meiner Fans haben möchte, dann brauche ich Fans, die wirklich »Fans« meiner Marke sind.

2. Tab-Apps

Tab-Apps sind auf dem Mobile nicht erreichbar. Ich brauche also keine Facebook-Tab-Apps mehr programmieren zu lassen, da Facebook heute grösstenteils auf dem Mobile (Siehe auch MUI 2013) konsumiert wird. Viel wichtiger ist eine Responsive Microsite.

3. Post-Qualität

Als Marke sollte ich auf Facebook zukünftig mehr Geld in die Hand nehmen. Investieren sollte ich einerseits in wirklich qualitativ hochwertige Posts. Denn nur relevante Posts erreichen meine Fans geschweige denn darüber hinaus deren Freunde.

4. Werbung

Zusätzlich zum relevanten Content sollte ich Werbung schalten. Featured Posts sind da nur eine der vielen Anzeigen-Varianten, um meine Botschaft zur richtigen Zeit an die richtigen Leute zu bringen. Es gibt heute eine Vielzahl an verschiedenen Anzeigenvarianten. Grundsätzlich sollte ich mich auf steigende Anzeigenpreise einstellen.

Leave a Reply