Home, Smart Home!

By 14. März 2014Technologie, Trends

Die Heimautomatisierung ist derzeit einer der spannendsten ICT Trends. Das Smart Home, das seinen Bewohnern Komfort und Sicherheit bietet, war lange Zeit den Nerds und Gutbetuchten vorbehalten. Jetzt aber kommen alltagstaugliche und bezahlbare Komponenten auf den Markt, welche eine Wohnung oder ein Haus ein Stück intelligenter machen. Den oft zitierten Kühlschrank, der selbständig im Online-Shop Vorräte nachbestellt, gibt es zwar immer noch nicht (vgl. Warum der Internet-Kühlschrank auf ewig kurz vor dem Durchbruch steht). Viele andere kreative Lösungen sind hingegen bereits Realität oder stehen kurz vor der Marktreife.

Intelligent heizen und kühlen mit Nest Thermostat

Das Interface des Thermostats von Nest könnte nicht simpler sein: Es zeigt die aktuelle und die gewünschte Raumtemperatur. Muss geheizt werden, dann leuchtet das Display in warmem Orange; soll die Temperatur gesenkt werden, wechselt es auf ein kühles Blau. Ökologisches Verhalten wird zusätzlich mit einem grünen Blatt belohnt.

Das Nest Thermostat ist allerdings wesentlich komplexer, als es die einfache Benutzeroberfläche vermuten lässt. Erstens ist es mit Senonsoren bestückt, welche nicht nur Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sondern auch die Anwesenheit von Personen erfassen; dies hilft dem Gerät bei der Entscheidung, ob die Bewohner gerade zuhause sind (und somit die eingestellte Temperatur wirklich benötigen) oder ob sie abwesend sind (und somit Energie sparen können). Zweitens verfügt das Nest Thermostat über ein WiFi-Modul; dadurch kann es ortsunabhängig über ein Smartphone oder Web-Interface gesteuert werden und holt sich aktuelle Wetterdaten aus dem Internet. Und drittens ist das Gerät lernfähig, weiss also nach einiger Zeit, wann welche Temperatur gewünscht wird.

Nest Protect, der Rauchmelder von Google

https://www.youtube.com/watch?v=QXp-LYBXwfo

Ähnlich smart ist auch Nest Protect, ein Brandmelder mit Sensoren für Rauch, Kohlenmonoxyd, Helligkeit, Temperatur, Feuchtigkeit und Bewegungen. Er spricht mit menschlicher Stimme, warnt vor dem eigentlichen Alarm, kann durch Winken zum Schweigen gebracht werden und taugt zudem als Nachtlicht. WLAN-Anbindung ist im Zeitalter des „Internet der Dinge“ ebenfalls Pflicht, und so kann man sich jederzeit und überall per Smartphone davon überzeugen, ob zuhause alles in Ordnung ist.

Dass solche Produkte weit mehr als eine Spielerei sind, lässt sich mit einer simplen Zahl belegen: 3.2 Mrd. US Dollar hat Google kürzlich für Nest bezahlt. In den Medien wurde die Übernahme vor allem unter dem Gesichtspunkt behandelt, dass sich Google Daten aus Millionen von Haushalten erkauft habe. Das kann man nicht wegdiskutieren; aber es ist auch ein deutliches Zeichen für das Potential der Heimautomatisierung, denn es handelt sich um Googles zweitteuerste Akquisition.

Vom Babyphon zur Überwachungsanlage

Auch am guten alten Babyphon ist die technische Entwicklung nicht spurlos vorbeigegangen. Moderne Geräte wie der Smart Baby Monitor von Withings bietet nicht nur die akustische Überwachung eines schlafenden Babys, sondern auch Live-Bilder. Zudem ist die Reichweite beliebig gross, weil das Gerät über WiFi und Internet mit einem Smartphone verbunden wird. Damit ist dieses Babyphon nichts anderes als eine von vielen Überwachungsanlagen wie z.B. die Dropcam, welche die aufgezeichneten Bilder direkt in der Cloud speichert.

Überhaupt bedienen die meisten Produkte weniger das Komfort- als das Sicherheitsbedürfnis ihrer Käufer. Ein schönes Beispiel dafür ist Canary – nach eigener Aussage „the world’s first smart home security device“. Mit einer Alarmanlage, wie sie die meisten von uns kennen, hat dieses Gerät nur noch wenig zu tun. Vielmehr kombiniert es eine Kamera (inkl. Nachtsichtmodus) und ein Mikrofon mit Bewegungsmelder, Beschleunigungssensor, Temperatursensor, Luftfeuchtigkeitssensor und Luftqualitätssensor. Wenn also irgend etwas zuhause nicht stimmt: der digitale Kanarienvogel schlägt sofort via Smartphone Alarm. Dabei ist er schlau genug um zu wissen, ob der Bewegungssensor nur ein Haustier oder eben einen unerwünschten Besuch erfasst hat. Und er schaltet sich automatisch ein, sobald der Hausbesitzer (bzw. sein Smartphone) das Haus verlässt.

Das Smartphone als Haustürschlüssel

Von der Idee her sehr spannend sind auch sogenannte Smart Locks, also intelligente Türschlösser. Sie werden ebenfalls durch Smartphones via Internet gesteuert und erlauben es, selektiv bestimmten Personen zu bestimmten Zeiten Zutritt zu den eigenen vier Wänden zu gewähren. So ist die Putzfrau jeden Montag willkommen, und auch dem Handwerker kann man schnell von der Arbeit aus aufschliessen – alle anderen Personen haben dagegen keinen Zutritt. Dass man ein solches Smart Lock wie z.B. August oder DanaLock mit einer Webcam kombiniert, versteht sich dann fast von selbst…

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