re:publica 2015 – Nein, Sascha Lobo habe ich nicht gesehen

7. Mai 2015

re:publica 2015 Berlin (1)

Die re:publica hat so ihre Galionsfiguren: Redner, welche jedes Jahr mit dabei sind, die zentralen Themen definieren und kurzweilige Sessions garantieren. Markus Beckedahl beispielsweise, der unermüdlich netzpolitische Themen zur Sprache bringt. Oder Gunter Dueck, der mit Witz und scharfem Verstand bequeme Wahrheiten hinterfragt. Oder Sascha Lobo, der Mann mit dem Irokesenschnitt, welcher der Netzgemeinde den Spiegel vorhält.

Dieses Jahr fehlte Sascha Lobo und seine «Rede zur Lage der Nation» im Konferenzprogramm. Das ist bemerkenswert, weil er an der re:publica 2014 einen flammenden Appell an die Netzgemeinde richtete, sich angesichts des Überwachungsskandals nicht bloss zu entrüsten, sondern sich auch politisch und finanziell zu engagieren. Dass er sich nun selbst nicht mehr engagieren mochte, darf man sicher als ein Zeichen der Enttäuschung werten. «Machen! Nicht nur reden.» sei für ihn das Gebot der Stunde, liess er sich in einem Interview mit WIRED zitieren. Und gemacht wurde aus seiner Sicht in den letzten zwölf Monaten wohl zu wenig angesichts des «digitalen Meteoriteneinschlags», als den er die Snowden-Enthüllungen sieht.

Politische Themen kamen dennoch nicht zu kurz an der re:publica. So lieferte beispielsweise die beiden Netzaktivisten Ethan Zuckerman (The system is broken – and that’s the good news) und Cory Doctorow (The NSA are not the Stasi: Godwin for mass surveillance) auf der Hauptbühne überzeugende Problemanalysen der Internet-Gesellschaft. Und Markus Beckedahl präsentierte ein Status-Update zu den zehn wichtigsten netzpolitischen Themen (Die Netzgemeinde ist am Ende. Jetzt geht’s los.): Open Source Software, Open Government, Open Education, Vorratsdatenspeicherung, Breitband, Netzneutralität, Urheberrecht, Datenschutz, TTIP & Co. und natürlich Überwachung. Mit viel gutem Willen liessen sich vor allem bei den ersten paar Themen durchaus Fortschritte verzeichnen, so Beckedahl.

re:publica 2015 Berlin (2)

Der Grundtenor der meisten Referate und Podiumsgespräche war nicht Resignation, wohl aber Ernüchterung. Es ist endgültig klar geworden, dass das Internet, in das viele Mitglieder der sogenannten Netzgemeinde grosse Hoffnungen gesetzt hatten, per se nur eine sehr mächtige Technologie ist, die man für vieles nutzen, aber auch missbrauchen kann. Und dies gilt für alle Bereiche, in denen das Internet eine Rolle spielt, also beispielsweise für Politik, Bildung, Kultur, Wirtschaft, Arbeit oder Medien.

Apropos: Der Medienwandel war ein zentrales Thema der Media Convention Berlin, welche schon früher parallel zur re:publica stattfand, dieses Jahr aber erstmals für alle re:publica-Besucher frei zugänglich war. Hier ging es um Urheberrechtsfragen, um multimediales Storytelling, um die Finanzierung und letztlich um die Zukunft des Journalismus als Ganzes. Klar wurde vor allem, dass der Wandel noch immer in vollem Gange ist und kaum noch jemand eine Prognose wagt, wie die Medienlandschaft in zehn Jahren aussehen wird.

Wie bereits in früheren Jahren waren namhafte Unternehmen an der re:publica vertreten – als Sponsoren, aber auch auf der Bühne. So setzte Microsoft einen Schwerpunkt im Bereich der neuen Arbeitswelten (Neues Europa, neue Arbeitswelt – wie, wann und wo passiert das), während IBM ihre E-Mail-Alternative Verse vorstellte (E-Mail-Wahnsinn: Zeit für eine neue Art zu arbeiten). Ein Höhepunkt der Selbstvermarktung war der Auftritt von Reed Hastings, dem charismatischen CEO von Netflix (Talk with Netflix CEO Reed Hastings). Seine Schilderung, wie aus einem US-amerikanischen DVD-Verleih ein weltweit operierender Video Streaming Service und mit eigenen Filmproduktionen wurde, war absolut packend und gewinnend. Sie liess manchen vergessen, dass man Netflix aufgrund seiner Dominanz ähnlich kritisch sehen kann wie Google, Amazon oder Apple.

Noch mehr Begeisterung schlug allerdings dem Astronauten Alexander Gerst entgegen, der über seinen Einsatz in der Internationalen Raumstation ISS berichtete. Auch er warb geschickt für sein Unternehmen (in diesem Fall die europäische Raumfahrtsorganisation ESA), indem er die medizinischen und technischen Fortschritte aufzeigte, welche wir den Experimenten im All verdanken. (Blue Dot Mission – Sechs Monate Leben und Arbeiten auf der ISS). Mit dem Internet und der digitalen Gesellschaft hatte das nur noch wenig zu tun, aber die zahlreichen Anekdoten aus dem Astronautenalltag waren höchst unterhaltsam. Wussten Sie beispielsweise, wie man gebrauchte Unterhosen aus der ISS entsorgt? Nein? Man packt sie einen alten Raumtransporter und lässt diesen in der Erdatmosphäre verglühen. Auch das lernt man an der re:publica.

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Google Search: Mobile-Tauglichkeit wird zum Ranking-Kriterium

1. April 2015

Websites müssen auch auf Smartphones und Tablets optimal nutzbar sein

Das Mobile Web ist seit Jahren ein zentrales Thema bei Google. «Most people in the future will access internet mostly from mobile device», sagte Google CEO Eric Schmidt schon 2010. Und vom gleichen Mann stammt auch der vielzitierte Satz: «If you don’t have a mobile strategy, you don’t have a future strategy.»

Wer seine Website für mobile Geräte optimieren wollte, wurde deshalb Google mit hilfreichen Informationen und Tools versorgt, beispielsweise auf der Website Optimierung von Websites für Mobilgeräte. Trotzdem haben viele Website-Betreiber zunächst nicht verstanden, wie ernst es Google mit dem Mobile Web ist. Erst seit die Mobiltauglichkeit einen Einfluss auf die Google-Suche hat, ist jedem klar geworden: Eine Website, die auf Smartphones und Tablets nicht optimal funktioniert, ist ein echter Wettbewerbsnachteil.

Schritt für Schritt hat Google die Anforderungen erhöht:

«Starting April 21, we will be expanding our use of mobile-friendliness as a ranking signal. This change will affect mobile searches in all languages worldwide and will have a significant impact in our search results.»

Unternehmen, die noch keine Responsive Website oder Mobile Website besitzen, können als ersten Schritt den Test auf Optimierung für Mobilgeräte durchführen. Auch die Google Webmaster Tools liefern im Bereich Suchanfragen → Benutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten Hinweise auf potentielle Probleme. Für eine gründliche Abklärung der Mobile-Tauglichkeit und allfälliger Optimierungsmöglichkeiten empfehlen wir allerdings eine Site Review durch unsere Spezialisten.

Interessiert? Vereinbaren Sie einen Termin!

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Google Analytics Tipp für E-Commerce-Sites

26. März 2015

Google Analytics E-Commerce Referrer

Google Analytics E-Commerce Referrer

Zahlungsanbieter sollten als Referrer ausgeschlossen werden

Google Analytics und andere Web Analytics Tools helfen, Entscheidungen bezüglich Online-Marketing-Massnahmen zu treffen. Insbesondere für Entscheidungen über die Budget-Allokation ist Analytics ein äusserst hilfreiches Werkzeug. Wer zum Beispiel das Budget zwischen Werbung auf Googles Suchmaschine und dem Facebook-Newsfeed aufteilen muss, tut gut daran, die Performance der jeweiligen Kanäle zu vergleichen. Die Voraussetzung für einen solchen Vergleich ist allerdings, dass die gemessenen Conversions der richtigen Quelle zugeordnet werden.

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Nach 30 Jahren tickt Angelus auch online weiter

19. März 2015

Angelus Website

Angelus Website

Neue Website für die Luxusuhrenmarke kreiert.

Angelus, einer der renommiertesten Schweizer Hersteller von Luxusuhren, ist nach einem 30-jährigen Dornröschenschlaf erwacht und gibt mit einer äusserst innovativen Uhr, der U10 Toubillon Lumière, ihr grosses Comeback an der diesjährigen Baselworld 2015 bekannt.

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Was man in einem laotischen Distriktspital über digitale Medien lernen kann

11. Februar 2015

Werbung für Breitband-Internet vor dem Kham District Hospital, Laos

Wir reden ganz selbstverständlich vom World Wide Web und vom Globalen Dorf. Und doch ist unser Wissen darüber, wie digitale Medien in anderen Märkten und Kulturen dieser Welt funktionieren, begrenzt. Ein dreiwöchiger Einsatz in einem laotischen Distriktspital hat mir diesbezüglich einige interessante Einsichten vermittelt.

Stellen Sie sich ein kleines Landspital in Südostasien vor: Ein halbes Dutzend einstöckige Gebäude gruppieren sich um einen staubigen Innenhof, auf dem sich einige Hühner tummeln. 50 Betten und ebensoviele Angestellte. Für die Diagnose ein einfaches Labor, ein Ultraschall- und ein EKG-Gerät. Für chirurgische Eingriffe ein Operationssaal, für Geburten ein Kreisssaal. Kein Röntgen – das gibt es nur im 60 Autominuten entfernten Provinzspital, ebenso wie eine Intensivstation oder eine Blutbank. In der Apotheke nur das Allernötigste, denn viele Medikamente sind unbezahlbar oder nicht erhältlich. Willkommen im Kham District Hospital im Nordosten von Laos, einem der Least Developed Countries dieser Welt!

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Dr. Bähler Dropa AG goes mobile

9. Februar 2015

Dr. Bähler Dropa AG goes mobile

Dr. Bähler Dropa AG goes mobile

Ganz ohne Nebenwirkungen.

Wer unterwegs vom «Pfnüsel» überrascht wird oder sich bereits hundeelend fühlt, will am liebsten schnurstracks in die nächste Apotheke oder Drogerie. Doch wo ist sie denn? Futurecom verschafft Abhilfe.

Die Agentur hat die Websites der DROPA Drogerien und Apotheken, Apotheken Drogerien Dr. Bähler und IMPULS Drogerien mobiltauglich gemacht und für jede Smartphone-Displaygrösse optimiert. Endlich wird Relevantes wie die Standortsuche schnell gefunden. Entweder mittels GPS-Ortung oder Region- oder Volltexteingabe werden die Standorte ermittelt. Einer raschen Genesung steht jetzt nur noch das eigene Immunsystem im Weg.

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Brandalizzer goes Big Apple

29. Januar 2015

Brandalizzer #ClickandShout

Brandalizzer #ClickandShout

Y&R NY bringt mit Schweizer Technologie den Wohltätigkeits-Ball ins Rollen.

«Tue Gutes und rede darüber». Wer sich im heutigen Internet-Zeitalter für eine gute Sache einsetzen will, der postet, liked und shared und erreicht somit abertausende Menschen. Doch wenn es darum geht, Nächstenliebe effektiv zu zeigen, gelten wohl immer noch die alten Regeln: Geld spenden oder Zeit schenken. Aber warum nicht Neues mit Altem vereinen? Genau das hat die Y&R Group New York mit ihrer #ClickandShout-Kampagne getan und zum Posten der guten Taten aufgefordert.

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Der schwache Euro wird die Digitalisierung und den Mut in der Kommunikation fördern

26. Januar 2015

Euro als Kanal

Euro als Kanal

Wir sind der Meinung, dass der schwache Euro, der für die Schweizer Wirtschaft definitiv eine grosse Herausforderung darstellt, den Mut in der Kommunikation fördern und die Digitalisierung beschleunigen wird.

Werbeauftraggeber – und natürlich auch wir Agenturen – müssen im Angesicht der Euroschwäche und dem zunehmenden wirtschaftlichen Druck die Kommunikationsstrategien überprüfen und korrigieren.

Innovationsstau in der Schweizer Werbewirtschaft

Progressivität in der Kommunikation ist nicht unser Ding; wir Schweizer gehen es gerne behutsam an. So waren 2014 in der Schweizer Werbewirtschaft zwei Dinge äusserst augenfällig. Erstens gibt es immer noch ein starkes Missverhältnis zwischen Mediennutzung und Budgetallokation zugunsten der traditionellen Medien (siehe Media Use Index, Media Focus etc.). Zweitens zeichneten sich viele gesehene Kampagnen durch „pre-getestete“ Mutlosigkeit und weichgespülte Inhalte aus.

Digitales Potenzial in den Mediastrategien

Mit dem grossen Druck, der nun auf die Schweizer Unternehmen zukommt, werden wir Kommunikationsagenturen automatisch auch kostenseitig gefordert werden. Die Lösung aber liegt nicht einfach im noch günstigeren Arbeiten, sondern in der effektiveren und zeitgemässen Mediastrategie (und da liegt locker ein Effizienzgewinn von über 20% drin). Wir brauchen wieder mehr Innovationskraft in Kampagnenstruktur und -aussage. Vor allem braucht es Unternehmen, die das Potenzial neuer Mediastrategien erkennen und nutzen.

Innovative Unternehmen werden gewinnen

Wir sind überzeugt, dass der schwache Euro dazu führen wird, dass die digitalen Kanäle dieses Jahr überproportional zulegen werden und sich auch in der Schweiz der Mediennutzungs-Budgetallokations-Gap weiter schliessen wird. Ausserdem werden Themen wie Performance- und Content-Marketing stark an Bedeutung zulegen. Diese zeitgemässen Marketingdisziplinen können den Job oft effizienter erledigen, als eingefahrene und mit Staub belegte Kommunikationsstrategien. Wie immer in schwierigen Zeiten werden innovative Unternehmen und Menschen zu den Gewinnern gehören – ganz nach dem Motto: „Change or Die!“

von Andreas Widmer, CEO, Y&R Group Switzerland

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