Am 9. und 10. November fand zum dritten Mal die NOAH Konferenz in London statt. Ziel der jungen, aber bereits sehr bedeutenden europäischen Konferenz ist es, Internet-Startups und -Investoren zusammenzubringen. Während zweier Tage wurden gegen 80 Startups und Internet-Erfolgsgeschichten vorgestellt und in Panels über Trends diskutiert.
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Die Keynote bestritt Klaus Hommels von Lake Star, der in seiner Präsentation sehr schön aufzeigte, dass die europäische Internet-Startup-Szene verglichen mit den USA und China noch in den Kinderschuhen steckt. Die Konklusion war nicht, dass wir Europäer den Anschluss verpasst haben, sondern viel mehr, dass es ein enormes Aufholpotential in Europa gibt.
Die gesetzten Themen wie zum Beispiel “Going Global”, Marketplace Companies, Online Gaming, Online Travel, Traditional Media Goes online boten ein reichhaltiges Spektrum für interessanten Gesprächsstoff.
Ein paar Trends die man aus den vergangenen zwei Tagen ableiten kann:
- Social ist überall – Facebook muss Google Sorgen machen
- Content is King – stimmt das Angebot nicht, gibt es kein Morgen
- Mobile ist das wahre Schlachtfeld von Morgen
- Glocal – ist das Erfolgsrezept für die Globalisierung
- Freemium – wer erfolgreich verkaufen will, der verschenkt zuerst
- The trusted Source – Branding ist von zentraler Bedeutung
- No Bullshit – Authentizität macht erfolgreich
Das Internet-Blase-Déjà-vu
Irgendwie hatte ich ein Déjà-vu. Und irgendwie erinnerte mich die ganze Sache an die Jahre ‘98 und ‘99, wo mächtig viel Luft in die Internet-Blase, die 2000 geräuschvoll platzte, reingepumpt wurde. Beim genaueren Hinschauen muss man aber festhalten, dass es einen fundamentalen Unterschied gibt: 2000 platzten Träume, weil Vieles, was ‘98 versprochen und prognostiziert wurde, nie auch nur ansatzweise Realität wurde. Wenn man heute aber die Industrie anschaut, dann ist dies bei Weitem nicht mehr so. Viele der präsentierten Unternehmen konnten nicht nur fulminanten Wachstumsraten und riesige Clientbases aufweisen, sondern generieren heute bereits ordentlich Umsätze und Gewinne. Oder wie es ein Investor schön gesagt hat: “We truly believe in the Internet Revolution”. Ich auch.
Vorgestellte und beachtenswerte Internet Startups und Konzepte:
Nach drei intensiven und auch äusserst unterhaltsamen Tagen (Sir Martin Sorrell hat nicht nur über die drohende Rezession und die aufstrebenden BRIC Staaten gesprochen, sondern auch vor versammeltem Publikum (schlecht) gesungen), ist der 5. Stream Event letzte Woche zu Ende gegangen. Die unzähligen Workshops, Gespräche und Referate, mit einer globalen Teilnehmerschaft, generieren ein äusserst interessantes Bild der zukünftigen Entwicklung in der Kommunikationsbranche. Generell kann man festhalten: Die digitale Revolution ist im vollen Gange und beschleunigt sich zusehends. Erfasst sie doch auch immer stärker Konzerne wie P&G, Danone, Unilever, Nestlé etc., die zu den ganz grossen traditionell orientierten Ad-Spendern der Welt gehören.
Top Trend: Die Welt von Morgen ist Social
Natürlich war „Social Media“ eines der ganz grossen Themen an der Stream. Es ging aber weniger darum, über neue Tools und Möglichkeiten auf Facebook etc. zu diskutieren, sondern der Fokus lag darauf zu verstehen, welchen Einfluss „Social Media“ auf Brands hat und wie die Unternehmen damit umgehen sollen. Nach der diesjährigen Stream darf man durchaus festhalten, dass die meisten Unternehmen das grosse Potential von „Social Media“ erkannt haben und es dementsprechend immer besser nutzen. Es gab auch Unverbesserliche, wie diese nette Dame aus Deutschland, die gleich bei einer der ersten Sessions fragte: “Wann ist eigentlich der ganze „Social“ Hype vorüber?“

Als Take Away aus der diesjährigen Stream lassen sich folgende sieben wichtige Trends ableiten:
1.Trend: Unternehmen werden „Social“
Unternehmen wenden sich immer mehr „Social Media“ zu. Verstehen immer besser wie sie damit umgehen müssen. Verstehen, dass der erfolgreiche Start mit zuhören beginnt und allozieren dementsprechend mehr Budget in diesen Bereich.
2.Trend: Branded Content
Wer heute die Relevanz seiner Marke beim Kunden erhöhen will, schafft dies primär mit echtem Inhalt, der für seine Zielgruppe einen klaren Mehrwert darstellt. Dies ist selten nur eine Imageanzeige oder ein toll inszenierter Spot, viel stärker ist das Bedürfnis beim Kunden nach echtem Inhalt, der die Markenpositionierung reflektiert, respektive zum jeweiligen Produkt passt. Branded Content und – Entertainment gehören in der Zukunft zu den ganz grossen Themen der Kommunikationswelt.
3.Trend: True Conversations
Natürlich wollen die Konsumenten von morgen (und auch schon heute) nicht nur tolle Inhalte konsumieren, sondern sie wollen sich verstanden fühlen. Dialogmarketing, wie wir es früher verstanden haben, ist hier nicht die ideale Antwort. Besteht der „klassische“ DM-Approach doch im Kern nur aus einem standardisierten Pseudo-Dialog. Vielmehr geht es heute um eine richtige Konversation. Der Unterschied? Der Dialog im Dialogmarketing-Verständnis ist oft nur eine Antwort auf eine Frage (sequenzieller Ablauf). Die Konversation dahingegen besteht viel mehr aus echtem Zuhören (in einer Gruppe) und das Teilnehmen an dieser Diskussion als quasi gleichberechtigter Partner.
4. Trend: „Video killed the Printstar” – Schauen ist besser als lesen
Wenn die Konsumenten was zum Sehen haben, lesen sie nicht. Die Menschen von heute lesen lieber weniger, dafür konsumieren sie umso lieber mehr Bewegtbild. Der Text als Einleitung ist eine tolle Sache, danach muss er dem inhaltlich gut gemachten Video weichen. Ob auf Newsportalen oder Company-Sites ist eigentlich egal. Video wird dementsprechend im digitalen Bereich über die kommenden Jahre nochmals nachhaltig an Bedeutung zunehmen.
5.Trend: „The second Screen“
Natürlich wird weiterhin TV konsumiert. Nur muss das klassische TV immer mehr dem IPTV weichen. Und mit dem Aufkommen von WiFi zu Hause und der starken Verbreitung von Smartphones und Tablets (iPad etc.) gewöhnen sich die Zuschauer immer mehr daran, parallel zum TV-Konsum diese Geräte einzusetzen. Und zwar nutzen sie den „second Screen“ zeitgleich während Liveshow zur Inhaltsvertiefung, für Abstimmungen, Kommentare und um mit Freunden über den Inhalt zu Chatten. Inhaltsanbieter werden immer stärker gefordert, diese Funktionen anzubieten.
6.Trend: „Organic“ oder Marken werden authentisch
Die Hochglanz-Ära ist vorbei, der mündige Konsument sucht heute vielmehr das Echte, will quasi die ungeschminkte Wahrheit sehen, will spüren, dass es echt ist. Ein Produkt-Test eines Privatnutzers generiert oft mehr Views als der Spot des Unternehmens oder der professionell gemachte Review. Der Konsument will echte Nähe zu „seiner“ Marke fühlen. Umso mehr, da es heute als Anbieter unmöglich ist, dem Kunden falsche Tatsachen vorzugaukeln, da im digitalen Zeitalter die Entlarvung selten länger als 24 Stunden auf sich warten lässt. Die Marke von morgen ist authentisch und kommuniziert auf eine natürliche Art und Weise.
7. Trend: Seed, listen, learn and adopt
Kampagnen müssen in Zukunft grundsätzlich anders entwickelt werden. Natürlich basieren sie immer noch auf einen guten „Leitidee“, aber sie müssen immer stärker so ausgelegt werden, dass man als Unternehmen, je nachdem wie das Feedback aus der Community ist, reagiert und die Kampagne anpassen kann. Das Feedback muss in Zukunft in die Kampagne einfliessen und diese über die Zeit verändern, so dass dadurch die Relevanz und damit auch der Impact steigt. Dies bedeutet aber auch, dass initiale Grossproduktionen eher der Vergangenheit zuzuordnen sind. Die Kampagnen von morgen bestehen eher aus kleineren, in sich zusammenhängenden aber über die Zeit entwickelten Massnahmen. Ein tolles Beispiel dazu ist die erfolgreiche „Old Spice“-Kampagne, die mit einer grossen Idee gestartet ist und dann das Community-Feedback smart in die nachfolgenden Massnahmen eingebaut hat.

Gestern ist in Griechenland in einem leicht abgetakelten Club Med aus den sehr frühen 80igern die Unconference Stream11, organsiert von WPP, gestartet. 350 geladene Spezialisten bestehend aus Agentur-, Kunden-, Prospects-, Startups-, Investmentgesellschafts- und Medien-Vertretern diskutieren drei intensive Tage über den digitalen Status Quo und die kommenden Trends und Entwicklungen. Zum Auftakt der ungewöhnlichen Konferenz, die eigentlich keine sein will, hat der Internet-Star ZeFrank seine neusten Projekte (zB. Star.me) vorgestellt. Ausserdem haben die zwei bärtigen Jungs von Vice.com über “What we can learn from Porn” gesprochen und wieso sie mit ihrem News- und Entertainment-Portal die Welt revolutionieren werden.

Wie es für eine “Unconference” üblich ist, wurden die Themen und Referenten von den Teilnehmern selbst bestimmt. Will heissen, jeder konnte sich mit seinem präferierten Thema auf einem grossen Board eintragen und danach vor versammelter Teilnehmerschaft seinen Event promoten.


Die Y&R Gruppe konnte sich, wie in unserem Beitrag vom 16. Dezember 2010 angekündigt, auch dieses Jahr einige Medaillen beim Internationalen Direct Marketing Award abholen. Dies sind für
Futurecom:
Gold für Reporter ohne Grenzen in der Kategorie Online
(mehr Infos hier)
Wunderman:
Silber für Terre des Hommes in der Kategorie Out of Home
(mehr Infos hier)
Bronze für Terre des Hommes in der Kategorie Ambient/Guerilla
(mehr Infos hier)
Advico Y&R:
Silber für Supreme Security in der Kategorie Ambient/Guerilla
(mehr Infos hier)

Die beiden zur Y&R Gruppe gehörenden Agenturen Futurecom und Wunderman stehen an den 33. Caples Awards gut im Rennen: 3 Arbeiten haben 4 Shortlist-Platzierungen geholt.
Futurecom ist in der Kategorie Online mit Reporter ohne Grenzen „No Comment“ vertreten. Wunderman mit den Projekt „Der Wert eines Frankens“ für Terre des Hommes in den Kategorien Out of Home und Ambient/Guerilla Marketing. Und in der Kategorie Print schaffte es eine Arbeit für Phonak „Der schnellste Hörtest der Welt“ in die Finalists.
Die John Caples International Awards gelten neben den Cannes Lions Direct als prestigeträchtigster Wettbewerb für kreatives Dialogmarketing. Als Besonderheit setzt sich die internationale Jury ausnahmslos aus Vertretern der Kreativ-Disziplinen zusammen. Insgesamt wurden im vergangenen November über 800 Arbeiten aus 29 Ländern juriert. Die Preisverleihung und damit Bekanntgabe der finalen Resultate wird im März 2011 in New York stattfinden.
Chocolatier Lindt setzt auf massgeschneidertes iPad-Verkaufstool
Durch die Einführung der von Futurecom entwickelten EasyPush-Lösung ist Papier bei allen Aussendienstmitarbeitern von Lindt Kanada aus der täglichen Verkaufspraxis verschwunden. Sämtliche Verkaufsunterlagen wie Präsentationen, Produktbilder und -Movies, Preislisten, etc. sind jetzt stets aktuell auf dem “LindtPad” der Vertriebsmitarbeiter abrufbar.

Dadurch vereinheitlicht sich nicht nur die Argumentationslinie beim Verkaufen bei gleichzeitiger Steigerung der Beratungsqualität, vielmehr vereinfachen und automatisieren sich auch Sales-Prozesse. Bestellungen werden nämlich direkt am iPad erfasst und automatisch in die vorhandenen ERP-Systeme bei Lindt Kanada integriert.
